
Michael Pritzl
„Privatkunden profitieren von unserem Know-how aus Großprojekten“
Ob privater Häuslebauer oder gewerblicher Großkunde: Sie alle verlassen sich seit 1964 auf das Fachwissen und Qualitätsbewusstsein unserer heute knapp 100 Facharbeiter und Ingenieure. Ein Gespräch mit Geschäftsführer Michael Pritzl.
Herr Pritzl, die Firma PRITZL Haustechnik bestreitet große Gewerbeprojekte im gesamten Südbayerischen Raum. Sind Sie für den „kleinen Häuslebauer“ nicht eine Nummer zu groß?
Michael Pritzl: Ganz und gar nicht: Im Landkreis Cham sind wir einer der größten Anbieter für den Bereich Heizung und Sanitär auch im Privatbereich und beschäftigen ausgezeichnete Fachleute. Für große Gewerbeprojekte müssen wir immer auf dem aktuellsten Stand der Technik sein. Der kleine Häuslebauer profitiert davon. Wir beschäftigen z.B. Spezialisten für jede Heiztechnik sowie einen schlagkräftigen Service-Dienst, der nichts anderes macht als Wartung und Reparaturen. Deswegen sind wir aber trotzdem nicht teurer als unsere Mitbewerber.
Wie beginnen Sie Kleinprojekte mit Privatkunden?
Michael Pritzl: Immer mit einem ausführlichen, kostenlosen Beratungsgespräch, denn die Technik gerade alternativer Heizanlagen ist noch nicht allen geläufig. Viele kommen aber auch mit sehr konkreten Vorstellungen – wir prüfen mit unserem geschulten Personal dann die Umsetzbarkeit für eine bestimmte Immobilie. Zudem empfehlen wir immer ganz bestimmte Geräte von Herstellern, deren Produkte uns selbst überzeugen. Denn nicht alles, was auf dem Markt erhältlich ist auch empfehlenswert.
Welche Heiztechniken werden besonders stark nachgefragt?
Michael Pritzl: Derzeit Pellets, Stückholz, Wärmepumpen sowie Mini-Blochheizkraftwerk (BHKW) – und natürlich Öl und Gas-Brennwertanlagen. Nicht selten ist die Kombination mit einer unterstützenden Solaranlage gewünscht, was sich ab einem 4-5 Personen-Haushalt rechnet.
Worin unterscheidet sich eine Öl- bzw. Gas-Brennwertanlage von herkömmlichen Systemen?
Michael Pritzl: Brennwertanlagen beinhalten eine Rauchgaswärme-Rückgewinnungsanlage. Die Rauchgastemperatur wird im Kessel auf unter 50 Grad gekühlt, die gewonnene Energie wieder dem System zugeführt. Das mindert die Verluste.
Lohnt sich die Umstellung auf alternative Heizsysteme bei Altbauten?
Michael Pritzl: In der Regel ja, wir weisen jedoch Besitzer älterer Häuser immer darauf hin, dass eventuell zusätzliche Dämmarbeiten am Mauerwerk, Dach oder den Fenstern erforderlich sind, damit die Investition sich rechnet. Außerdem müssen auch die Kosten für den Rückbau des alten Heizsystems, evtl. Entsorgung eines alten Öltanks, Schaffung von Lagerraum z.B. für Pellets oder Hackschnitzel berücksichtigt werden.
Lässt sich bereits vorab kalkulieren, wann sich die Anschaffung einer neuen Heizanlage rechnet?
Michael Pritzl: Ja, das ist letztlich das Ziel des Beratungsgesprächs: Der Kunde erhält eine Empfehlung für die richtige Heiztechnik sowie eine Aufstellung über die Kosten und die in den Folgejahren möglichen Einsparungen.
Wie hoch kann denn nach Ihrer Erfahrung ungefähr die prozentuale Einsparung ausfallen – z.B. im Vergleich zu einer 10 Jahre alten Ölzentralheizung?
Michael Pritzl: Je nach Modell sind Einsparungen von 10-25 Prozent möglich.
Es gibt unterschiedliche staatliche Fördermodelle, die allerdings nicht ganz einfach zu durchblicken sind. An wen sollten sich Interessenten wenden?
Michael Pritzl: Auch in dieser Hinsicht können die Kunden sich auf uns verlassen: Wir beraten und übernehmen später die komplette Antragstellung bei den Behörden. Das gehört bei uns zum Service.
Stark nachgefragt sind derzeit Wärmepumpen-Anlagen. Wie funktionieren diese?
Michael Pritzl: Das sind im Prinzip Wärmetauscher, die ihre Energie aus Luft oder Wasser beziehen. Diese Energie ist kostenlos, allerdings fallen Stromkosten an – und natürlich die Anschaffungskosten für die Anlage.
Sind Wärmepumpen-Systeme heute schon ausgereift?
Michael Pritzl: Die Anlagen, die wir einbauen, sind seit über 25 Jahren auf dem Markt und wurden seither ständig weiterentwickelt. Sie sind auf jeden Fall gleichzusetzen mit allen anderen Technologien. Wichtig ist, dass das gesamte Gebäude und das Heizsystem aufeinander abgestimmt werden, und örtlich die Voraussetzungen für Bohrungen oder das Verlegen der Leitungen gegeben sind.
Organisieren Sie auch die nötigen Bohrungen?
Michael Pritzl: Wir bohren nicht selbst, organisieren aber alles Nötige, der Kunde erhält die Leistung also immer aus einer Hand.
Zum Abschluss ein Blick in die Zukunft: Wie heizen wir morgen?
Michael Pritzl: Gerade im ländlichen Gebiet sehe ich große Chancen für völlig neue Konzepte. Sie beruhen auf gemeinschaftlichen Lösungen für mind. 20-30 Abnehmer, d.h. Straßenzüge oder ganze Gemeinden schließen sich zusammen und bauen eine Nahwärmeversorgung auf. Diese Blockheizkraftwerke können mit unterschiedlichen Brennstoffen betrieben werden, insbesondere auch mit nachwachsenden Rohstoffen wie Biomasse, Hackschnitzel etc. Interessant sind auch sogenannte Mini-Blockheizkraftwerke, die mit dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung arbeiten und 1-2 Haushalte mit Wärme und Strom versorgen können.
„Unsere Ingenieure schätzen Herausforderungen“
Herr Pritzl, Ihr Unternehmen hat einige spektakuläre Referenzobjekte vorzuweisen, die Sie im Auftrag von Großkunden umgesetzt haben. Wie kommen solche ungewöhnlichen Entwürfe zustande?
Michael Pritzl: Die Ideen selbst stammen meist vom Bauherren oder einem Architekten. Sie vorgabengetreu umzusetzen und technisch zum Funktionieren zu bringen, ist unsere Aufgabe. So ist etwa eine gebogene Brunnenwand schnell gezeichnet, sie gleichmäßig mit Wasser zu berieseln ist schon etwas schwieriger. Aber unsere Ingenieure schätzen solche Herausforderungen.
Wo liegen die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für gewerbliche Kunden?
Michael Pritzl: Im Moment liegt der Schwerpunkt beim Wohnungsbau und im Krankenhaussektor. Im Gesundheitsbereich wird derzeit viel saniert, umgebaut und erweitert. Unsere Referenzen finden sie mittlerweile im gesamten süddeutschen Raum, außerdem auch in Österreich. |